Bei dem hier gezeigten Interview handelt es sich um den Auszug aus der Videoaufzeichnung mit Hertha B., geboren 1920 in Berlin, Deutschland. Das Interview wurde von Matthias Cohn und Irene Diekmann geführt.
Herta B. berichtet über die starke deutsche Identität ihrer Eltern, den Dienst ihres Vaters im Ersten Weltkrieg, ihr Studium bei Regina Jonas, einer Rabbinerin, ihren Schulverweis 1936 aufgrund antijüdischer Gesetze, ihren Besuch eines jüdischen Seminars zur Ausbildung zur Kindergärtnerin, ihre Anstellung in einem Kinderlager in der Nähe von Schmiedeberg (heute Kowary, Polen) und Hirschberg (heute Jelenia Góra), die Einheimischen, die in der Reichspogromnacht alle Fenster zerbrachen; die Rückkehr mit den Kindern nach Berlin; die Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina mit einer Gruppe in Havelberg; die Begegnung mit ihrem Mann; die Heirat; die strapaziöse Schiffsreise zur illegalen Auswanderung nach Palästina im Oktober 1939; die Ankunft im Januar 1940 nach der Aufbringung durch die Briten; eine sechsmonatige Inhaftierung in Atlit; Leben in einem Kibbuz; Niederlassung in der Nähe von Haifa; Erhalt eines Briefes von ihren Eltern im Oktober 1940 (sie hörte nie wieder etwas von ihnen); Geburt ihres Sohnes; Militärdienst ihres Mannes in den Kriegen von 1948 und 1956; Rückkehr nach Berlin im Jahr 1957. Frau B. spricht darüber, dass sie sich in Berlin zu Hause fühlt; sich als Jüdin identifiziert; erfährt, dass ihre Eltern nach Theresienstadt deportiert wurden; und dass alle ihre Verwandten bis auf einen während des Holocaust ums Leben kamen.
Interview mit Herta B. vom 22.05.1996, veröffentlicht in: Archiv der Erinnerung, <https://ade.juedische-geschichte-online.net/quelle/ade:source-1> [12.02.2026].