Interview | Video

Interview mit Werner K. vom 14.6.1995

Quellenbeschreibung

Bei dem hier gezeigten Interview handelt es sich um den Auszug aus der Videoaufzeichnung mit Werner K., geboren 1919 in Berlin, Deutschland. Das Interview wurde von Eva Bauer und Annette Leo geführt.

Werner K. erinnert sich an seine Schulzeit; den Schulverweis nach Verabschiedung der Nürnberger Gesetze; vergebliche Versuche, mit seinem Bruder legal und illegal auszuwandern; die Zerstörung jüdischer Geschäfte in der Reichspogromnacht, wodurch Arbeitsmöglichkeiten wegfielen; die Verrichtung körperlicher Arbeit; die Deportation seiner Eltern in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) im Oktober 1941; seinen Nachzug wenige Wochen später; das freiwillige Verlassen des Ghettos zusammen mit seinem Bruder; Verlegung nach Rawitsch; Zwangsarbeit; öffentliche Hinrichtungen; Tod seines Bruders durch Schläge; Verlegung nach Auschwitz/Birkenau im Jahr 1943; Auswahl für die Gaskammer; vierzehntägiges Verstecken in einem Loch; Anlegen des Mantels eines vergasten Häftlings und Beitritt zu dessen Gruppe; Entdeckung; Einweisung in den Strafblock; Verlegung nach Sachsenhausen; Krankenhausaufenthalt wegen Typhus; Verlegung nach Buchenwald; Befreiung durch US-Truppen; die Amerikaner zwingen Einheimische, das Lager zu besuchen; Rückkehr nach Berlin; Suche nach Hilfe beim Roten Kreuz, um überlebende Verwandte zu finden (es gab keine); Heirat; und die Geburt seines Sohnes. Herr K. spricht über Details des Lagerlebens, darunter die Hierarchie; seine Überzeugung, dass er nicht überleben würde, aber gleichzeitig seine Hoffnung nicht verlor; Gespräche im Lager, in denen festgestellt wurde, dass niemand ihre Erfahrungen glauben würde, wenn sie überlebten; das Verschweigen seiner Erfahrungen, insbesondere gegenüber seinem Sohn; einen kürzlichen Besuch in Auschwitz/Birkenau; wiederkehrende Alpträume; und sein anhaltendes Zugehörigkeitsgefühl zu Deutschland.

1995

    Empfohlene Zitation

    Interview mit Werner K. vom 14.6.1995, veröffentlicht in: Archiv der Erinnerung, <https://ade.juedische-geschichte-online.net/quelle/ade:source-4> [12.02.2026].